Vectron sieht sich auf gutem Weg zur Ertragswende
22. Oktober 2004
Düsseldorf, 22. Okt (Reuters) - Nach vier verlustreichen Jahren sieht sich der Hersteller von elektronischen Kassensystemen Vectron Systems AG VECG.DE auf gutem Wege, die angestrebte Ertragswende 2004 zu erreichen. Die von den Hauptversammlungen bereits beschlossene Fusion mit der Duisburger Hansa Chemie soll Firmenangaben zufolge trotz laufender Anfechtungsklagen im Frühjahr 2005 vollzogen werden.
Nachdem Vectron bereits in den ersten neun Monaten einen Gewinn verbucht habe, sei angesichts des traditionell stärksten Geschäftes am Jahresende nun die Ertragswende geschafft, sagte Firmensprecher Jochen Fischer am Freitag, ohne eine genaue Prognose zu nennen. In den ersten neun Monaten hatte Vectron einen Gewinn nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 0,46 Millionen Euro nach einem Verlust von 1,43 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum erzielt. Vor Zinsen und Steuern verzeichnete das Unternehmen einen Gewinn von 0,96 (Vorjahr minus 0,92) Millionen Euro. Der Umsatz sei trotz eines weiter schwachen Marktes für Kassensysteme um rund 36 Prozent auf 10,8 Millionen Euro gestiegen.
Die im General Standard notierte Vectron-Aktie legte um 28 Prozent auf 1,28 Euro zu.
Vectron will mit der Duisburger Tochter der schweizerischen Beteiligungsgesellschaft Hansa Chemie International fusionieren. Entsprechende Beschlüsse der Aktionärsversammlungen wurden bereits gefasst. Doch behinderten derzeit Anfechtungsklagen die Umsetzung der Verschmelzung, sagte Fischer. Der Vorstand plane aber den Eintritt in ein Freigabeverfahren, das die Fusion spätestens im kommenden Frühjahr ermöglichen werde. Rückwirkend werde dann eine gemeinsame Bilanz erstellt.
Fischer bekräftigte die Planungen für die kommenden Jahre, die für 2005 einen Umsatz von insgesamt etwa 110 Millionen Euro vorsehen und einen Gewinn vor Steuern von knapp vier Millionen Euro. Im Jahr 2006 werde die Hansa Chemie basierend auf bereits abgeschlossenen Verträgen ihren Umsatz verdoppeln, so dass ein Gesamtumsatz von rund 200 Millionen Euro und ein Vorsteuergewinn von knapp acht Millionen Euro zu erwarten sei. Für das gleiche Jahr strebe das Unternehmen die Aufnahme in den SDax an und wolle daher 2005 in den Prime Standard wechseln.
anp/pag
